Lisas Blog!
erstes lebenszeichen aus france

hallo ihr lieben;

so nun dachte ich mir, dass ich mich dann doch mal bei euch melden sollte und bringe euch jetzt hiermit auf den neusten stand der dinge(ich hoffe, dass ich noch alles zusammen bekomme, denn es ist hier im kleinen grenoble schon viel passiert)!

der abschied war ganz schoen komisch; ich hatte zwar ein mullmiges gefuehl in der magengegend, war aber gleichzeitig viel zu aufgeregt um weinen zu koennen. der zug fuhr dann auch viel zu schnell ein und wieder ab, alle noch mal gedrueckt(@euch alle, die ihr mit am bahnhof wart:danke! das bild war echt super schoen wie ihr dort mit den weissen taschentuechern gestanden und gewunken habt!!!)
die zugfahrt fand ich wider erwarten sehr enspannend, trotz der tatsache, dass ich mir mit ein paar aelteren herrschaften und einer eingefleischten ostberlinerin(ich will hier niemandem zu nahe treten; aber diese frau war echt eine ganz besondere type und hat saemtliche klischees erfuellt) das abteil teilen musste, die mich, nebenbei bemerkt; alle ignorierten; und so musste ich mich wohl oder uebel alleine beschaeftigen und habe mir die fahrt mit musik versuest.
nach einer nacht; in der ich nicht besonders viel geschlafen hatte, kam der zug dann mit einer gehoerigen portion verspaetung an...
ich (top fit(!))hatte mich mittweile mit der ostberlinerin, angefreundet ist wohl zu viel gesagt, aber immerhin kam man ins gespraech, in dem wir feststellten, dass wir beide zum gleichen bahnhof mussten; um unseren anschlusszug zu bekommen. ein netter radfahrer wollte uns, die wir voellig verloren in der gegend herumstanden, weiterhelfen(wir konnten nicht die metro nehmen, da die ostberlinerin ein fahrrad dabei hatte), wurde aber, als er erstmal im stadtplan nachschauen musste, mit den worten:"sie wohnen hier und kennen sich nicht aus!"dermassen unfreundlich(die berliner sind ja fuer ihre allgemeine freundlichkeit bekannt) angeraunzt, dass er lieber schnell das weite suchte! ich war nun auch milde gesagt etwas abgeschreckt und da die zeit draengte; verabschiedete ich mich mit der begruendung; dass ich nun ein taxi suchte; nicht aber ohne ihr vorher noch eine gute reise gewuenscht zu haben...sie, ein durch eine masslose unfreundlichkeit glaenzendes exemplar unserer spezies, verabschiedete sich mit den worten:"sie wissen aber auch nicht was sie wollen und zog von dannen!"

nach einer taxifahrt quer durchs schoene paris und einer verhaeltnismaessig kurzen zugfahrt, kam ich dann - immer noch topfit - in grenoble an; wo ich von etienne(das ist der sohn der freundin von evas cousin(claire und françois, bei denen ich wohne))und seinem girlfriend abgeholt wurde.

die beiden brachten mich zuerst zu claires appartement, das echt super zentral gelegen ist, und dann unternahmen wir einen stadtrundgang durch das charmante kleine grenoble mit seiner wirklich oustandingly beautiful altstadt. das schoenste an grenoble ist; dass man von allen punkten und am ende jedes noch so kleinen gaesschens die berge sehen kann. ich war selbst ganz ueberrascht von dieser empfindung, da ich mich vorher nie besonders fuer berge interessiert habe...
klar wurde mir aber leider auch, dass sich mein franzoesisch wirklich auf salut und merci reduziert, nach einem jahr auf dem abstellgleis...peinlich aber wahr, nach neun jahren franzoesisch bin ich nicht in der lage einen vollstaendigen satz zu bilden, der ueber "das wetter ist schoen"und "ich haette gerne ein stueck kaese, einen milchkaffee und ein baguette" hinausgeht. also musste ich mich auf englisch artikulieren, die anderen beiden sprachen franzoesisch.
vollkommen verloren fuehlte ich mich dann im restaurant zusammen mit claire, die ich inzwischen kennengelernt hatte und die eine echt herzliche, tolle person, mit vielen sehr interessanten ansichten ist. in der conversation der drei fuehlte ich mich voellig ausgeschlossen; da ich nun echt rein gar nichts verstehen konnte...mittlerweile merkte ich dann auch, dass mir die 14-stuendige fahrt in den knochen steckte...

der naechste tag begann sehr gut, claire(so suess!!!) machte mir fruehstueck und ich bummelte ein bisschen in der stadt herum; und liess alles sehr entspannt angehen, machte fotos und setzte mich schliesslich mit meinem buch"gebrauchsanweisungen fuer frankreich" in einen schoenen park. eigentlich fuehlte ich mich ganz euphorisch, obwohl ich schon ein bisschen angst vor dem probearbeiten am naechsten tag hatte...

am dienstagmorgen; dann macht eich mich also auf den weg zum caffè forté, wo ich den chef kennenlernte, der verstaendlicherweise nicht allzu beeindruckt von meinen franzoesischkenntnissen und meiner nicht vorhandenen erfahrung war.
trotzdem durfte ich die naechsten 10 stunden im restaurant arbeiten, was echt super anstrengend war, da das restaurant um die 40 tische hat, die alle belegt waren. trotzdem hatte ich das gefuehl, dass das genau mein ding ist, denn es machte viel spass sich mit den gaesten zu unterhalten oder die kleineren bestellungen anzunehmen und die jeweiligen gerichte zu servieren. auch die anderen kellner waren mir sympathisch, die echt witzig waren!
nach einer 10 stunden schicht ging ich dann fix und fertig nach hause mit der ueberzeugung am naechsten tag weiterarbeiten zu koennen. komischerweise konnte ich in der nacht trotz meiner muedigkeit nicht schlafen...ein zeichen?

am naechsten morgen machte ich mich dann auf den weg zum restaurant, wo mir von der sekretaerin des patron mitgeteilt wurde, dass sie mich im servicebereich aufgrund meiner mangelnden erfahrung nicht einsetzen koennten.
das traf mich wie aus heiterem himmel, da ich, die EXTRA
aus berlin angereist war, mich am vorigen tag schon als teil des teams betrachtet hatte. was soll ich sagen - i am a dreamer . nun holte mich die realitaet ein...
ich war ziemlich fertig mit den nerven, weinte ein paar dicke krokodilstraenen und kehrte erst einmal nach hause zurueck.
als claire und ihr sohn(pierrot) nach hause kamen, ermutigte mich claire zum arbeitsamt zu gehen und mich dort nach meinen moeglichkeiten zu erkundigen...dort sagte man mir, dass es wohl mit der jobsuche sehr schwierig sei, weil grenoble einen so hohen anteil an studenten hat, die entweder auch auf jobsuche sind oder schon eine beschaeftigung gefunden haben... also seien meine 2 optionen, entweder als au-pair  oder in einem der doerfer in den bergen zu arbeiten, was fuer mich beides eigentlich eher nicht in frage kommt!
daher war ich dann in der letzten woche damit beschaeftigt meine bewerbung zu vervielfaeltigen und in cafés/restaurants, kinos, hotels, supermaerkten, geschaeften etc... 50 bewerbungen zu verteilen.
leider hat sich herausgestellt; dass nicht wirklich viele geschaefte interessiert sind, da es mehr als genug arbeitskraefte gibt. meine bisherige ausbeute war also dementsprechend erschreckend gering/ einmal tellerwaschen im restaurant und heute 2 vorstellungsgespraeche in einem café und einer zwielichtigen pizzeria...

klar hatte ich immer wieder meine tiefpunkte in den letzten tagen, wusste nicht wie es weitergehen soll, wenn es mit dem job nicht klappt... ich glaube aber, dass mir dann mein englandaufenthalt hierbei doch zu gute kommt, da ich insgesamt sehr viel relaxter, optimistischer sein kann und folglich glaube ich auch eine gewisse ruhe ausstrahle.
ausserdem verbringe ich echt gerne zeit mit claire, die es irgendwie schafft, dass ich mich hier zu hause fuehle.

den freitagabend verbrachte ich dann mit etienne und ein paar seiner freunde, die mir poker beibrachten, was echt spass machte, was vllt. auch damit verbunden war, dass ich ordentlich abraeumte.;-)!
am sonntag hiess es dann ab in die berge, in ein haeuschen, das seit jahren im besitz von claires familie ist und das in einem winzigen winzigen dorf gelegen ist(das einzig "moderne" ist eine telefonzelle). der ausflug war echt chouette(toll), da ich mich so frei und gluecklich fuehlte und irgendwie mit der natur im einklang. nach einem picknick und einem dorfrundgang, bei dem sich pierrot als sehr guter dorffuehrer erwies, fuhren wir wieder nac h grenoble zurueck.

vorgestern abend lernte ich dann claires, die 53 ist, brueder jean und thomas kennen(die 23 und 24 jahre alt sind).was fuer ein efamiliengeschichte!! jean hatte geburtstag und gab einen sit-in bei sich zu hause. zwar konnte ich nicht so viel verstehen, aber es tat sehr gut unter leute zu kommen und mit dem einen oder anderen etwas small talk zu halten!
danach zog ich noch mit thomas und zwei seiner freunde los und mit bier ausgestattet liessen wir uns auf den stufen der bastille, von wo aus man die ganze stadt sehen kann( die centre ville ist nachts angeleuchtet und das flussufer auch - sooo schoen!!!!), nieder. ich unterhielt mich laengere zeit mit thomas, der echt fuer franzoesische verhaeltnisse super englisch spricht(echt interessant: er spricht nicht nur englisch sondern auch fliessend japanisch, da er einige monate in tokio verbracht hat).
beim abschied versicherte er mir ihn jederzeit anrufen zu koennen, auch wenn ich lust haette das nachtleben ein bisschen besser kennenzulernen. na darauf komme ich doch glatt zurueck
:-P.

ok, ich muss los ins café zum vorstellungsgespraech...

also, ihr lieben, ich hoffe, dass es euch allen gut geht und freue mich von euch zu hoeren!
ich melde mich sobald es etwas neues gibt!

an dieser stelle noch einmal: danke fuer das schoene layout, moritz. ich bin nachhaltig beeindruckt von deinem knowhow und ja, ich weiss; dass ein blog dazu da ist, auch etwas reinzuschreiben .

je vous embrasse amicalement und 1000 bisous,

eure lisa

5.10.07 10:28
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Momo (5.10.07 21:12)
Danke Lisa;_;
ich bin auch davon beeindruckt, dass du sooo viel schreibst...
Auch weiterhin noch viel Glück!
Go for it!
Momo

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