Lisas Blog!
wie die zeit vergeht... drei wochen sind nun um

hallo ihr in aller welt verstreuten und ihr daheimgebliebenen,

vielen dank fuer die lieben mails, anregungen, die anteilnahme, vorschlaege, was es noch fuer optionen gibt! das alles hat mir sehr geholfen und ich habe mich mich wahnsinnig darueber gefreut. danke, danke, danke!!!

ich wollte nur mal sagen, dass ich noch munter und immer noch arbeislos bin.
wieder ist so einiges passiert, an vieles glaube ich mich gar nicht mehr erinnern zu koennen, aber wenn ich der reihe nach alles aufzaehle werde ich mich hoechstwahrscheinlich an alles wieder erinnern...

am vorletzten freitag hatte ich ja ein vorstellungsgespraech in einem café, das in einem, fuer grenobler verhaeltnisse riesigen, einkaufszentrum gelegen ist. allerdings war ich dort auch schon am tag zuvor zum vorstellungsgespraech eingeladen, was eigentlich gar nicht so schlecht lief, der patron mich dann aber nach meiner n° sécurité sociale fragte, die ich aber nicht besitze. so meinte er dann, dass er mich nicht einstellen koenne, da ich UNBEDINGT diese nummer braeuchte, um in frankreich ueberhaupt arbeiten zu koennen, da ich andernfalls schwarz arbeiten wuerde, was natuerlich verstaendlicherweise nicht in unserem beiderseitigen interesse geschehen sollte.
also ging ich erst einmal nach hause und rief verschiedene institutionen an, die mir irgendwie keine auskuenfte geben und mir meine frage nicht beantworten konnten.
als ich schliesslich das centre sécurité sociale ausfindig gemacht hatte, war ich echt mit den nerven fertig, zumal man mir vorher gesagt hatte, dass ich solange ich diese nummer nicht haette(und es dauert 4(!) wochen bis man sie nach beantragen zugeschickt bekommt) gar nicht arbeiten koenne. ich also in tram und zum center gefahren, wo ich nun erfuhr, dass ich so eine n° gar nicht benoetige... beraten hat mich dabei ein super netter franzose, der soooo suess von seiner art war und mit dem ich mich echt gut verstanden habe:"tu vas voir, tu vas te débrouiller bien en france!" also sinnesgemaess, dass ich mich gut hier zurechtfinden werde und alles schon irgendwie klappen wird. ein echtes sweetheart: er suchte sogar die vokabeln, die ich nicht wusste mit mir zusammen aus dem woerterbuch!

danach ging es dann noch einmal ins kaufhaus, und berichtete dem chef des cafés von den neuigkeiten(wieder mal ein beispiel dafuer, dass ich mich nicht so leicht verunsichern lassen und mehr selbstvertrauen haben sollte, denn ich hatte mich ja im vorab informiert, was man benoetigt, um in frankreich arbeiten zu koennen. nur weil jemand der sprache, die man offensichtlich nicht beherrscht, maechtig ist, heisst das nun mal nicht, dass er unbedingt besser bescheid weiss, so musste ich feststellen).nach einem kurzen vorstellungsgespraech, in dem der chef super schnell redete und es deshalb etwas schwierig war zu folgen, verabschiedeten er sich mit den worten, dass er sich bei mir telefonisch melden werde, sobald er neuigkeiten habe.
da ich nicht das gefuehl hatte, dass er sonderlich von mir beeindruckt war, trotz der tatsache, dass ich mich versucht hatte selbstbewusst zu praesenieren, rechnete ich nicht damit, dass er sich bei mir melden wuerde. eine fehleinschaetzung meinerseits wie sich herausstellen sollte, da er sich gestern bei mir gemeldet hat!(ich schreibe, aber erst ausfuehrlicher darueber, wenn ich genaueres weiss, ich bin bezueglich der jobsuche etwas aberglaeubisch.)

am samstag abend ging ich dann in die pizzeria, wo ich mir ein zweitaegiges probearbeiten organisiert hatte. etienne, thomas und auch andere hatten mich vorher gewarnt, dass die pizzerien, die auf der anderen seite der isère gelegen sind, alle korrupt seien, was sich im nachhinein auch bewahrheiten sollte...
der erste abend verlief auf alle faelle erst einmal ohne grosse zwischenfaelle: das restaurant ist wesentlich weniger schick als das caffé fortè und deshalb fuehlte ich mich auch nicht so unter druck gesetzt und meiner aufgabe gewachsen. die andere kellnerin, bianca, war auch echt nett und es machte spass, die gaeste zu bedienen. nur mit meinen chefs konnte ich mich nicht so recht anfreunden(der patron mit seinen drei soehnen, die alle glauben, dass gerade sie der oberchef seien, die ein suedlaendischen temperament haben und die unangenehm durch ihren machohaften umgang mit frauen auffallen). das machte sich gleich bemerkbar, denn sie scheuchten bianca und mich echt herum und der mittlere sohn, das sandwichkind, nahm mich auch gleich am ersten tag beiseite, um mir klarzumachen, wer denn hier der chef sei.
am samstag wurde mir gesagt, dass ich den job haette. auf meine frage, wie viele stunden ich dort zu arbeiten haette und wie wie viel er mir zu zahlen gedenke, sagte der patron, dass wir die einzelheiten am naechsten tag klaeren wuerden.
der kommende tag fing gut an: noch vor meiner schicht im restaurant, machte ich mich auf, um mit den"bulles", der seilbahn, zur bastille hochzufahren, die auf einem huegel gelegen ist, von dem aus man die ganze stadt ueberblicken kann.weil ich die fahrt mit der seilbahn doch etwas heftig fand, legte ich den rückweg zu fuss zurueck. der schoene wetter, der tolle ausblick und das gute gefuehl endlich einen job zu haben, trugen dazu bei, dass ich mich richtig gut fuehlte.
ganz anders dann aber der abend: das sandwichkind teilte mir mit, dass ich im restaurant nur am wochenende gebraucht wuerde und dass sie mich immer gleich nach der arbeit bezahlen wollen wuerden, was also schwarz arbeiten hiesse. fuer die 11 stunden, die ich an den beiden abenden zuvor gearbeitet hatte, drueckte er mir eine gerade laecherlich geringe summe(20 euro) in die hand mit dem versprechen mir das naechste mal noch mehr zu geben, was sich aber als glatte luege herausstellen sollte. enttaeuscht und sichtlich wuetend zog ich um eine erfahrung reicher(was sich aber leider nicht finanziell bemerkbar machte...) von dannen, hatte ich doch davor mit einer festanstellung mit 35 stunden gerechnet.
zu hause empfing mich claire mit den worten:"schon wieder eine katastrophe?" und ich konnte nur unter traenen nicken. spaeter telefonierte ich noch mit etienne, der das ganze dilemma auf den punkt brachte, indem er sagte, dass ich dort nicht wirklich finden wuerde, wonach ich suchte!!!

also, hiess es am montag wieder cvs verteilen. die letzte woche hier war meine schwierigste woche bis jetzt, da ich sehr viele tiefpunkte hatte und mich immer wieder fragte, warum ich denn ueberhaupt hier sei, da ich mich echt bemuehe und sich so wenig tut!!! ich glaube besonders claire ist es zu verdanken, dass es mir wieder besser geht und ich das ganze jetzt einfach als eine chance schaetze, unsere franzoesische familie kennenzulernen und ein bisschen was von der sprache mitzunehmen, von dem anderen land, zu sehen wie ich mich durch england veraendert habe.
wenn mir jemand in berlin gesagt haette, was mich hier erwartet, haette ich ihm wahrscheinlich einen vogel gezeigt. wenn ich GEWUSST haette was mich erwartet, waere ich wahrscheinlich gar nicht hier hergekommen. trotzdem bin ich froh hier zu sein!!! und versuche jetzt einfach das vermeintlich beste aus einer verzwickten lage zu machen, was natuerlich leichter gesagt, als getan ist.
ein bisschen wurmt es mich dann aber schon, dass ich das gefuehl habe, mir hier gar nichts aufbauen zu koennen, da ich ja nicht genau weiss ob ich hier bleibe.

ach ja, eine andere option ist es dann natuerlich noch in eine andere stadt zu gehen(@eva , heike und aida: danke fuer diese gute idee!!!) und das wurde dann am samstag realisiert: frueh morgens - draussen war es noch dunkel - setzte ich mich in den zug nach lyon, um dort meine cv's zu verteilen! leider war ich nicht ganz so effektiv bei meinem austeilen, da es eine weile dauerte, bis ich mich in dieser grossen, wunderschoenen stadt zurecht fand. zum mittagessen war ich bei meiner grosscousine celia, die ich davor noch nie getroffen hatte,(23 jahre alt und eine echte kleine kuenstlerin - sie studiert buehnenbild) eingeladen. ihr freund und sie versicherten mir auch beim abschied, dass ich doch bei ihnen fuer ein paar naechte bleiben koenne, sollte ich meine suche in lyon noch einmal vertiefen wollen. ja, wenn sich hier jetzt in der woche nichts mehr ergibt, werde ich das wohl machen.

so weit so gut, jetzt faellt mir nichts mehr ein!
je vais vous tenir au courant, promis juré!(ich halte euch auf dem laufenden, versprochen)!!!

seid ganz fest gedrückt!!!

eure lisa

14.10.07 14:50
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


thomas (18.10.07 09:19)
chere niece,
danke für die Postkarte, ist ja gut, dass du dich wenigstens bei kirkyacharian & langlois wohlfühlst.
Zumindest hast du in den vergangenen Wochen viel Erfahrungen sammeln können. Sogenannte unqualifizierte Arbeiten zu reellen Bedingungen und klaren vertraglichen Vereinbarungen zu finden, ist offenbar nicht leicht.

Gruß

Thomas

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Layout © 2007 Moritz W. Do not take my layout without permission!
Gratis bloggen bei
myblog.de